26.09.2016 | Berichte zur Deutschen Schülerakademie Autor: Maja Roos & Hanna-Maria Paul (Q2)

Maja Roos und Hanna-Maria Paul haben in den vergangenen Sommerferien an der Deutschen Schülerakademie in Papenburg teilgenommen und berichten darüber.


Hier der Bericht von Maja:


JGW Schülerakademie Papenburg 2016


Vom 26. Juli bis zum 5. August 2016 fanden sich 110 motivierte Schülerinnen und Schüler in der historisch ökologischen Bildungsstätte Papenburg ein, um an 6 verschiedenen Kursen der Schülerakademie teilzunehmen. Das Kursangebot variierte von biologischen, über technische, bis hin zu politisch und historisch orientierten Seminaren, welche von ehemaligen Akademieteilnehmern unterrichtet wurden. Mein Kurs hieß ,,Entwicklungspolitik online''. Zusammen mit unserer Kursleiterin und unserem Kursleiter setzten wir uns in einer Gruppe von 16 Schülerinnen und Schülern mit Fragen auseinander, was Entwicklung in der Politik bedeutet, wie diese umgesetzt wird und was auftretende Probleme sein könnten, die in der Zukunft angegangen werden müssen um eine weitere, erfolgreiche Entwicklung auf verschiedenen Ebenen zu ermöglichen. Zum Ende unserer Kurszeit haben wir in Kleingruppen ein ,,Policy Paper'' verfasst, in denen wir uns ebenfalls mit ähnlichen Fragestellungen auseinander gesetzt haben. Dabei war es spannend unser in den vorangegangenen Tagen erarbeitetes Wissen anzuwenden.


Außerhalb der Kurse, die jeweils drei Stunden vormittags als auch nachmittags stattfanden, konnte jeder Jugendliche Aktivitäten nach seinen eigene Hobbys und Interessen anbieten. Dieses war eine tolle Gelegenheit auch über den eigentlichen Akademiekurs hinaus andere Teilnehmer*innen kennen zu lernen und mit ihnen Zeit zu verbringen. Dabei reichten die Angebote von sportlichen Aktivitäten über historische und mathematische Spezialgebiete bis hin zu musikalischen Angeboten, wie Chor- oder Orchesterarbeit. Auch der Ausflugstag zu unterschiedlichen Zielen wie der Meyer Werft oder der Gedenkstätte Esterwegen trug dazu bei ,dass es eine unvergessliche Zeit bleiben wird, in der viel gelacht, wenig geschlafen ,viel diskutiert und dazu gelernt wurde - eine spannende, lehrreiche Zeit, in der ich tolle neue Leute aus ganz Deutschland kennenlernen durfte.


Maja Roos


2016


Und hier der Bericht von Hanna-Maria Paul:


Es ist ein Weinen in der Welt - Richard Wagners ,,Götterdämmerung“


Melancholisch und traurig scheint der Titel des Kurses 5.6, den ich diesen Sommer in der deutschen Schülerakademie (DSA) in Roßleben belegen durfte. Der Schwerpunkt des Seminars war Wagners ,,Götterdämmerung“, die den Abschluss seiner vierteiligen Oper ,,Ring des Nibelungen“ bildet.


Sowohl die inhaltliche als auch die musikalische Analyse standen auf dem Programm der 16-tägigen Akademie. Wie vielschichtig Wagners Werk ist, wurde den anderen im Kurs und mir nach wenigen Kurseinheiten klar, denn nicht nur musikalisch hat der „Ring des Nibelungen“ einiges zu bieten. Doch Trauer und Melancholie bestimmen hierbei nur teilweise das Geschehen in der ,,Götterdämmerung“.


Die Materie der Oper, die neben Untergang und Erlösung auch Intrige, Liebe, Machtgier, Unschuld und vieles mehr thematisiert, bietet breiten Spielraum für Interpretationen. Besonders, wenn die Musik eine gänzlich andere Stimmung oder Intention in einer Situation nahelegte als der entsprechende Operntext, waren angeregte Diskussionen im Kurs vorprogrammiert.
Auch die kurseigene Inszenierung der ,,Götterdämmerung“ bereitete besonders viel Freude und war für mich und viele andere, die ebenfalls keine schauspielerischen Vorkenntnisse hatten, eine neue Erfahrung.


Insgesamt fanden sich über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von sechs verschiedenen Kursen in Roßleben, die sich jeweils völlig unterschiedlichen wissenschaftlichen Bereichen widmen sollten. Aus ganz Deutschland, aber auch dem Ausland wie z.B. Brasilien, Spanien, Singapur oder England, kamen Jugendliche in der Klosterschule in Thüringen zusammen.
Neben den klassischen Stringtheoretikern und den Rhetorikkurs-Teilnehmerinnen und -Teilnehmern, beschäftigten sich andere mit Tierethik oder der Komplexität von Netzwerken und Systemen. Auch die Frage nach dem Weg vom Keim zur Krankheit forderte viel Laborarbeit von den Schülerinnen  und Schülern dieses Kurses.


Die freien Stunden neben den Kurseinheiten boten zahlreiche Gelegenheiten für kursübergreifende Aktivitäten. Die Entscheidung, ob nun Chinesisch, Russisch, Parcours, Mathematic Mindfucks, Chor,  Band oder Orchester mich wachhalten sollte, fiel mir täglich schwer. Des Weiteren standen regelmäßige Vorträge zu verschiedenen Themen, wie z.B. Vegetarismus oder der Literaturwissenschaft, Exkursionen, Berufsinformationsveranstaltungen und ein Volleyballturnier  auf dem Plan.


Vor allem großartig war allerdings die Aufgeschlossenheit und Wissbegierde der anderen Akademieteilnehmenden. In den undenkbarsten Momenten traf man auf die größte Begeisterung fürs a-cappella-Singen oder für ein Rhetorikbattle. Zudem gestalteten regelmäßige Literaturabende mit selbstgeschriebenen oder zitierten Texten, Dramaelementen und Poetryslams die Abende zusätzlich spannend.

Dankbar kann ich sagen, dass die Schülerakademie eine unvergessliche, lehrreiche und besonders prägende Erfahrung für mich war. Eine Teilnahme ist unbedingt zu empfehlen!


Hanna-Maria Paul