31.01.2018 | Wissenschaft und Neugierde – das 4. MG-Symposium Autor: T. van Tilborg, M.Baurmann

Wissenschaft und Neugierde – unter diesem Motto könnte das vierte Symposium des Mariengymnasiums Jever gestanden haben, in welchem ausgewählte Schülerinnen und Schüler des Abiturjahrgangs 2018 die Ergebnisse ihrer Facharbeiten vor ihren Mitschülern, Eltern und Lehrern vorstellten. Diese, von Herrn Dr. Gärtner ins Leben gerufene Tradition trägt jährlich den wissenschaftlichen Arbeiten der Seminarfächer Rechnung, in denen die Schülerinnen und Schüler an das wissenschaftliche Arbeiten herangeführt und ihre gewonnen Erkenntnisse in zum Teil bemerkenswerten Facharbeiten zum Ausdruck bringen. Die besten dieser Facharbeiten wurden am 30.Januar im Theater am Dannhalm vorgestellt und die Zuhörer zu Diskussionen über die jeweiligen Themen eingeladen.
Eröffnet wurde das Symposium durch die Vorträge von Herrn Plöger-Lobeck und Herrn Boes, welche die Schüler dazu ermunterten ihre Neugierde als Antriebskraft für die Beantwortung wissenschaftlicher Fragen zu nutzen und auf diese Weise aktiv Wissen zu schaffen. Denn die Wissenschaft lebe von der Neugierde ihrer Wissenschaftler.


F.Paul


Diese Neugierde war auch die Antriebskraft der ersten Referentin: Frederike Paul untersuchte aufgrund ihrer eigenen Überzeugungen als Vegetarierin, nun Veganerin, den Einfluss einer fleischfreien Ernährung auf die Krebsentstehung. In ihrem Vortrag »Vegetarismus und Tumorbildung – kann eine fleischfreie Ernährung die Krebsentstehung verhindern?« machte Frederike deutlich, dass die Ernährung der drittgrößte Faktor für die Krebsbildung sei und gewisse Lebensmittel diese fördern oder hemmen können.


M.Janssen



Warum überflutet eine funktionierende Toilettenspülung nie das gesamte Badezimmer? Mit dieser überraschenden Frage konfrontierte Marten Janßen das Publikum und illustrierte anhand der Antwort zunächst die Wirkungsweise von Regelungstechnik. Im Hauptteil seines Vortrags »Regelungstechnik – theoretische Grundlagen und praktische Anwendungen« legte er dar, wie man bestimmte Bausteine der Regelungstechnik kombinieren kann, um eine genaue und reaktionsschnelle Gerätesteuerung zu entwickeln.




L.Danielmeyer



Wer Interesse an Science Ficiton Filmen hat, weiß vermutlich, dass sich die humanoide Spezies der Na'vi im Werk Avatar in einer Sprache verständigt, die eigens für diesen Film entwickelt wurde und demgemäß zu den fiktionalen Sprachen gezählt werden kann. Lena Danielmeyer beschäftigte sich in ihrem sehr flüssig auf Englisch gehaltenem Vortrag »Fictional languages in science fiction stories: Their influence on communication and character development« mit der Wirkung solcher fiktionalen Sprachen. Es gelang Lena in ihrem Beitrag, einen Anschluss an Wittgensteins anspruchsvolle Überlegung »Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt« herzustellen und so die Zuhörer zu weiterem philosophischen Sinnieren einzuladen.




T.Balduff



Eine wesentlich handfestere Thematik hatte Tom Balduff für seinen Vortrag »Sport als Schulfach - ein Perspektivenwechsel« gewählt. Tom behandelte die Frage, ob es zu befürworten sei, Sport weiterhin als schulisches Pflichtfach zu behandeln. Übersichtlich stellte Tom die Pro- und Contra-Argumente einander gegenüber. In der anschließenden Diskussion wurde klar, dass die Zuhörer beiden Argumentationslinien folgen konnten, sie aber unterschiedlich bewerten wollten. Zugleich offenbarte sich, dass es nicht einfach ist, alternative Konzepte für den Sportunterricht zu entwickeln.



E.Maurer



Emilie Maurers Vortrag »Rekonstruktion des Industriehauses nach der Rekonstruktion der Schlosskirche: Wandel der Sinndeutung des Wiederaufbaus in Pforzheim durch einen ökonomischen und künstlerischen Wiederaufbau« behandelte den Umgang mit Wiederaufbauprojekten in der stark kriegszerstörten Stadt. Wie viel Veränderung lässt ein Wiederaufbau zu und wie viel Veränderung ist eine von Krieg und Zerstörung traumatisierte Stadtbevölkerung bereit zu tragen? Emilie stellte dar, dass es kein Kulturverlust sein muss, in einer Stadt ohne Identifikationsobjekt zu leben. Auf Rückfrage gab Emilie allerdings auch zu, dass sie sich nicht vorstellen könne, in einem Jever ohne Schloss zu leben.




W.Oltmanns



Zum Abschluss entführte Wenke Oltmanns die Zuhörer in Dante Alighieris Unterwelt. In ihrem Vortrag »Jenseitsvorstellungen im Mittelalter und ihre Rezeption in Dante Alighieris Werk Die Göttliche Komödie« analysierte sie Dantes Version der Hölle und untersuchte die Einflüsse der mittelalterlichen Jenseitsvorstellungen auf ebendiese. Wenke machte deutlich, dass das Werk aus einer Epoche stammt, in der sich das heutige Bild der Hölle noch entwickelte. Die Konkretisierung des Höllenbildes sei dabei Ausdruck des Orientierungsbedürfnisses der damaligen Menschen gewesen. Dante habe ein Höllenbild geschaffen, das nicht nur durch die damaligen Jenseitsvorstellungen geprägt war sondern das louboutin femme pas cher gleichzeitig auch einen großen Einfluss auf die Jenseitsvorstellung bis in die Moderne gehabt habe.


Die Vorträge des Symposiums zeigten auch in diesem Jahr wieder, dass die Schülerinnen und Schüler sich in anspruchsvoller Weise mit Themen der verschiedensten Fachgebiete befassen und diese überzeugend darstellen können. Es kann daher gehofft werden, dass die Neugierde der zukünftigen Abiturienten sie auch nach der Schule leiten und zu wissenschaftlichen Durchbrüchen verhelfen wird.