19.05.2019 | Austausch Grandpré /Jever - Deutsche Woche Autor: Christiane Leiner

Nun war es endlich soweit, der Gegenbesuch der Franzosen stand an. Am 28.4.2019 kamen die 18 Schüler und drei Lehrer aus Grandpré am Pekol- Parkplatz in Jever gegen 19 Uhr an. Alle waren sehr gespannt auf das Wiedersehen, jedoch kannten wir uns dieses Mal schon besser, was jedoch nicht heißen sollte, dass wir nicht gespannt waren. Wir bekamen kurz vor ihrer Ankunft einen kleinen Hinweis, wir sollen filmen, wenn sie aussteigen. Wie versprochen, hatten die Franzosen eine Überraschung und kamen mit Deutschland und Frankreich Flaggen in ihrem Gesicht aus dem Bus, dazu sangen sie die Lieder C`est ma route und Helikopter 117.


Als wir in der Mensa ankamen, waren die Franzosen beeindruckt von der Größe der gesamten Schule und konnten es kaum glauben. Nach dem sich alle wiedergesehen hatten und einen kleinen Snack zu sich genommen hatten, gingen wir nach und nach zu uns nach Hause, wo wir unsere Familien sowie unsere Häuser präsentierten.


Am Montag stellten wir zunächst unsere in Frankreich erarbeiteten Projekte vor, einige auf Deutsch, die anderen auf Französisch, was sich aber teilweise als kleine Hürde erweisen sollte. Im Anschluss wurden wir im Rathaus noch einmal herzlichst empfangen und tranken mit den Franzosen den traditionellen schwarzen Tee.
Danach bekamen die Franzosen einen Vorgeschmack auf Freitag und nahmen eine Stunde am Unterricht teil. Daraufhin folgte das gemeinsame Essen in der Mensa. Für die Franzosen war es aber neu, dass man eine Auswahl von Gerichten hat. Im Anschluss fanden wir uns in Gruppen zusammen und machten eine GPS-Stadtrally durch Jever. In der Rally ging es um Jever, seine Attraktionen sowie ein wenig Stadtgeschichte. Hierbei ging es aber nicht nur um richtige Antworten, sondern auch um Schnelligkeit, wobei einige von uns kreativ wurden.


bremenAm Dienstag stand die Fahrt nach Bremen an und sowohl die Franzosen als auch die Deutschen waren sichtlich gespannt. Im Bus herrschte eine lockere Stimmung und wir hörten Musik aus beiden Kulturen.

Als erstes besichtigten wir das Universum, wo wir die Sonder- sowie die Dauerausstellung einschließlich dem Außenbereich vorfanden. Dies kam bei den Franzosen, wie auch bei den deutschen Schülern sehr gut an. Im Anschluss fuhren wir mit dem Bus in die Stadt, wo wir in etwa eine Stunde zur freien Verfügung hatten. Während die meisten sich Sehenswürdigkeiten anschauten, wie den Roland oder die Bremer Stadtmusikanten, gingen andere auch zu diversen anderen Orten (Mc Donalds oder dem Bahnhof). Schlussendlich waren aber alle begeistert von unserem Ausflug nach Bremen und hatten neue prägende Eindrücke gewonnen.

Der Tag der Arbeit stand zur freien Verfügung und wurde von jeder Gastfamilie unterschiedlich genutzt. Die Aktivitäten reichten vom Strandbesuch bis zum Minigolf mit Freunden und der Familie. Wir alle genossen aber den freien Tag in vollen Zügen.gruppe


Die Fahrt nach Langeoog stand am Donnerstag an und es ging um 9:30 Uhr mit der Fähre in Bensersiel los. Auf der Insel stellten die Franzosen dann zum ersten Mal fest, wie rau das Wetter im Norden sein kann. Aber auch wir fanden die Wetterumstände nicht ganz so angenehm. Die Stimmung war trotzdem sehr entspannt und wir zogen unser Programm durch.
Der nächste Programmpunkt bestand nämlich aus einer Selfie-Rally. Wir hatten aber schon eher festgestellt, dass unsere französischen Austauschpartner ja schon fast Selfie fasziniert waren. Doch es wurde für alle ein großer Spaß, für Franzosen (die sogar mit passendem Equipment ausgerüstet waren, wie einem Selfiestick) als auch für uns. In der Rally besichtigten wir die sehenswertesten Orte Langeoogs, wie den Wasserturm oder einen speziellen Inselkünstler.  Für die Rally war aber so viel Zeit vorgesehen, dass wir noch in Ruhe eine Pommes essen konnten oder Souvenirs kaufen konnten. Die Stimmung war sehr gelassen und wir kamen untereinander nochmal ins Gespräch.


Während am Montag den Franzosen ein kleiner Vorgeschmack auf unseren Schulalltag geliefert wurde, so waren sie am Freitag den ganzen Tag mit uns im Schulalltag eingespannt. Dies war für den ein oder anderen sehr anstrengen, den in Frankreich geht die Schule zwar bis 17:00 Uhr, jedoch haben sie nur 55 Minuten Unterrichtszeit und nicht wie bei uns üblich 90 Minuten. Was die Schulsysteme betrifft, so bevorzugte jedes Land seine eigenen Schulsysteme mehr, als das des Austauschlandes.


Am frühen Abend fand noch eine von den Schülern selbst organisierte Abschlussparty statt. Hier entwarfen wir eigene T-Shirts, worauf alle unterschrieben. Außerdem grillten wir noch und führten ein letztes Mal   “We will rock you“ auf, welches sich im Laufe des Austausches schon fast als Ritual entwickelt hatte. Jedoch flossen schon an diesem Abend die ersten Tränen, aufgrund der bevorstehenden Abreise. Davon ließen wir uns aber nicht beeinflussen und hatten insgesamt einen sehr schönen Abend mit unvergesslichen Erlebnissen.


Nun hieß es schließlich am 4.5.2019 um ca. 8 Uhr für immer auf Wiedersehen zu sagen.


Ich denke, der Abschied fiel uns allen sehr schwer, denn es war mehr als nur eine Bekanntschaft, es war eine richtige Freundschaft entstanden zwischen uns und unseren Austauschpartnern.
Durch diesen Austausch haben wir alle sehr viel gelernt. Wir lernten neues über Frankreich und durften eine neue Kultur kennen lernen. Dies aber nicht über eine Postkarte, sondern über das reale Leben.
Ich schätze, dies hat uns alle viel weitergebracht und wir werden es nie vergessen.