Schulbegleithund

Mein Name ist Britta Wellhausen. Ich bin die Pädagogische Mitarbeiterin hier am MG und stehe allen Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften täglich von 7:30-15:30 Uhr zur Verfügung. Zu meinem Aufgabenfeld gehören die Beratung, Mediation, Lerncoaching, Teambuilding, der Ganztag und vieles, vieles mehr.
Täglich führe ich Beratungsgespräche in meinem Raum A111 und biete den Schülerinnen und Schülern einen geschützten Raum, um über persönliche und emotionale Themen zu sprechen. Häufig geht es um familiäre Belastungen, Konflikte im sozialen Umfeld oder Unsicherheiten im schulischen Alltag. Auch Themen wie Ängste, Überforderung oder Anzeichen psychischer Belastungen werden an mich herangetragen. Ziel ist es dann gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die persönlichen Ressourcen zu stärken und – wenn nötig – den Kontakt zu weiteren Unterstützungsangeboten herzustellen.
Ich werde von einem wertvollen Co-Pädagogen - einem Schulbegleithund , dem Goldendoodle namens Ylvi - unterstützt. Sie kann die Arbeit in Beratung, Mediation und Lerncoaching positiv beeinflussen. Ylvis Einsatz ist weit mehr als nur „ein nettes Extra“. Ein Schulbegleithund trägt wesentlich zum emotionalen Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler bei. Viele Kinder erleben Schulalltag als stressig oder herausfordernd und kommen dann in meine Beratung. Allein die Anwesenheit eines Hundes kann nachweislich helfen, Spannungen abzubauen und eine entspanntere, wertschätzende Atmosphäre zu schaffen. Ein Hund bewertet nicht, er hört zu, er ist einfach da – und genau das kann Schülern Sicherheit und Vertrauen geben. Gerade in Beratungssituationen oder bei Konfliktgesprächen wirkt ein Hund oft wie ein Türöffner. Kinder sprechen leichter über Gefühle, wenn ein Tier anwesend ist. Der Hund unterstützt nonverbal – er schafft Nähe, ohne Worte, und fördert dadurch die emotionale Regulation.
Auch in der Mediation kann er deeskalierend wirken: Seine ruhige Präsenz senkt das Stresslevel und hilft, wieder in einen lösungsorientierten Dialog zu kommen.
Im Lerncoaching hilft der Hund, Motivation und Konzentration zu fördern. Er wird so zum Co-Pädagogen – ein Begleiter, der soziales Lernen, Empathie und Achtsamkeit vermittelt.
Wichtig ist natürlich, dass ein Schulbegleithund qualifiziert ausgebildet ist. Ylvi nimmt regelmäßig an verschiedenen Kursen in der Hundeschule „Hundewege“ bei dem Ausbilder Frank Resinneck teil. Im Februar 2027 startet die Schulhunde-Ausbildung bei den Hundetrainern „Die Hundepädagogen“ in Rastede. Damit der Einsatz von Schulhunden sowohl für den Hund als auch für die Menschen eine positive und pädagogisch sinnvolle Erfahrung ist, haben die Hundetrainer Jan Roland und Stefan Kannenbrock-Körner ein fundiertes Ausbildungskonzept erarbeitet, das sowohl vom Hund als auch von der Pädagogik und Didaktik aus gedacht ist. Eine fundierte Ausbildung für das Mensch-Hund-Team umfasst in der Regel mindestens 96 Stunden, in denen Themen wie Hundepsychologie, Pädagogik, Stresssignale und tiergestützte Intervention vermittelt werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass der Hund sicher, stressfrei und professionell im Schulkontext arbeitet.
Zum erfolgreichen Einsatz gehören auch klare Rituale, Regeln und Grenzen – sowohl für die Kinder als auch für den Hund. Kinder lernen, respektvoll mit dem Tier umzugehen, und erleben, dass Verhalten Konsequenzen hat. Für den Hund bedeutet das Signalsicherheit: Er kennt die Abläufe, weiß, wann er aktiv sein darf und wann er Ruhe bekommt. Diese Struktur schafft Vertrauen auf beiden Seiten. Zusammenfassend lässt sich sagen: Ein Schulbegleithund ist weit mehr als nur ein Kuscheltier. Er ist ein pädagogischer Partner, der emotionale Stabilität, Stressabbau und eine positivere Lernatmosphäre fördert. Mit professioneller Ausbildung, klaren Regeln und einem wertschätzenden Miteinander kann der Hund in Beratung, Mediation und Lerncoaching zu einem echten Brückenbauer werden – zwischen Kopf und Herz.

